Ex-Chefredakteur Stephan Richter

wirbt für den Erhalt der Zeitung

 

Auf Einladung des LandFrauenVereins Stapelholm e.V. hielt

Stephan Richter vor 70 Landfrauen unter der Überschrift „Die Macht der Medien“ einen hochinteressantenVortrag über die Entwicklung der Medienlandschaft, beginnend mit Gutenbergs revolutionärer Erfindung des Buchdrucks im 15. Jahrhundert bis heute. Er stellte vor allem auf die rasante Entwicklung der Medien in den letzten 30 Jahren mit Internet und einige Jahre später Facebook, Twitter etc. ab. Heute sind schon 90 % der der Deutschen Online, vor 10 Jahren waren es erst rd. 65 %. Damit einher geht eine Verunsicherung der Nutzer, denn oft schwer erkennbare „Fake News“ und gezielte Meinungsmanipulationen in den sogenannten sozialen Netzen können sich in kürzester Zeit verbreiten – mit kaum absehbaren Folgen. Mit Blick auf Hass- Kommentare in Internet-Foren forderte Richter das Ende von Debatten unter Tarnnamen. Demokratie erforderte eine Auseinandersetzung mit offenem Visier. Es müsse eine namentliche Rückverfolgung von Hass-Mail-Verfassern möglich sein, um Verantwortliche für missbräuchliche Nutzung zur Rechenschaft ziehen zu können.

Parallel zum Aufstieg des Internets sind in den letzten zehn Jahren die Auflagenzahlen für Zeitungen um etwa 36 % zurückgegangen. Ein Trend zur Zusammenlegung der Verlage ist bereits zu verzeichnen. Das Internet nimmt immer mehr Raum ein; die Printmedien haben das Nachsehen, zumal auch Einnahmequellen, wie z. B. durch das Anzeigengeschäft, schrumpfen. Außerdem werde der Vertrieb der gedruckten Zeitung immer schwieriger und teurer. Richter sieht eine Chance für das Überleben der Zeitung in der verstärkten lokalen Berichterstattung. Das veränderte Leseverhalten der Internet-Generation führt zu einer immer größeren Selektion von Nachrichten. Die Gefahr, in einer „Filterblase“ zulanden, wachse. „Wer jedoch täglich eine Zeitung vor sich liegen hat, liest bei der Gelegenheit in der Regel auch Texte, die nicht zum gesuchten Interessensgebiet zählen, ist also umfassender informiert“, so Richter. Abschließend gab es noch lebhafte Diskussionen zu Medienfragen der Zuhörer. Mit lang anhaltendem Beifall der Landfrauen für den überaus interessanten Vortrag wurde Stephan Richter verabschiedet.

Anna Mumm

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Fotos S.L.Peters

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JHV der Stapelholmer Landfrauen

 

„Ein ereignisreiches Jahr liegt hinter uns“, sagte Anna Mumm, Vorsitzende des LandFrauenVereins Stapelholm e. V., zum Auftakt der Jahreshauptversammlung vor 62 Mitgliedern im Gasthof Sievers in Stapel. Fünf Neumitglieder konnten 2018 gewonnen werden, so dass der Verein zum Jahresende 162 Mitglieder zählt.

Im Jahresrückblick verwies sie auf eine Vielzahl von Veranstaltungen auf Orts-, Kreis- und Landesebene. Neben den acht Vortragsveranstaltungen mit einer großen Themenvielfalt und interessanten Referenten berichtete Schriftführerin Ute Lange über das Wellness-Wochenende in Hohwacht,  den  Ausflug  in die Holsteinische Schweiz sowie  den  Weihnachts-marktbesuch auf Gut Stockseehof, den Kino-Mädelsabend, das Shopping nach der TOP TEN-Models-Show in Husum, den Crash-Fahrschulkurs mit theoretischem Teil und  praktischen Fahrübungen, der Gästebewirtung auf der Ehrenamtmesse in Schleswig,  der Teilnahme am Schwabstedter Bauernmarkt mit selbstgebundenen Herbstkränzen u. v. m. Ausdrücklich bedankte sich die Vorsitzende bei allen Vorstandsdamen für die engagierte Mitarbeit und bei allen Landfrauen, die sich jederzeit in großer Zahl bereitwillig zur Verfügung stellen, wenn der Vorstand ruft. Als Dankeschön durfte jede Besucherin der JHV einen Blumengruß mit nach Hause nehmen. 14 Damen wurden darüber hinaus  für die Teilnahme an allen Vortragsabenden des vergangenen Jahres mit einem Rosengebinde geehrt. Kassiererin Manuela Clausen berichtete über eine gute Kassenlage dank der Überschüsse vom Catering im Kreishaus und dem  Bauernmarkt. So konnte der Verein die Arbeit der Organisation „Schutzengel“ mit einer Spende in Höhe von 350 € unterstützen.Als zweite Kassenprüferin wurde Gunda Ketelsen, Wohlde, für zwei Jahre gewählt.

Die stellvertretende Vorsitzende Friedel Petersen ließ es sich nicht nehmen, sich bei  Anna Mumm mit einem  großen Blumenstrauß für ihren unermüdlichen  Einsatz zum Wohle des LandfrauenVereins zu bedanken. Das laufende Jahr ist wiederum mit vielen Highlights gespickt. So stehen die Teilnahme am Umzug zum Stapelholmer Heimatfest und die Ausrichtung des Erntedankfestes im Mittelpunkt des Programms.

Zudem beginnen die Vorbereitungen für das 50-jährige Vereinsjubiläum, das am 16. Okt. 2020 gefeiert werden soll.

 

Den Abschluss des Abends bildete der Vortrag vom Bildjournalisten Hansjörg Dittmer mit seinem interessanten Reisebericht, dokumentiert mit wahrlich gelungenen Fotos, über Südamerika.

Foto:fotografie-suederstapel

 

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OLG- Präsidentin Uta Fölster zu Gast

bei den Stapelholmer LandFrauen

 

Die Zweifel, ob Frau Uta Fölster den Termin angesichts des momentanen Bekanntheitsgrades des Oberlandesgerichts Schleswig in ganz Europa wegen der Festnahme des katalanischen Separatistenführers Carles Puigdemon wohl halten würde, waren unberechtigt.

Vor 60 LandFrauen gab Uta Fölster (62 J.) im Veranstaltungsraum Holzkathe, Bergenhusen, einen Einblick in ihren beeindruckenden Lebenslauf und den beruflichen Werdegang. Sie wuchs als Tochter des CDU-Politikers und Landtagsabgeordneten Heinz-Wilhelm Fölster auf dem elterlichen Hof in Aukrug/Bargfeld zusammen mit ihren drei Geschwistern auf. Das Abitur legte Frau Fölster in dem Klaus-Groth-Gymnasium in Neumünster ab. Danach nahm sie gegen den Willen ihres Vaters das Jurastudium an der CAU Kiel auf, um Richterin zu werden. Was dann folgte, ergab sich oft rein zufällig.

Nach der Referendarausbildung im Bezirk des OLG Schleswig hat

Uta Fölster zunächst als Staatsanwältin ihre ersten beruflichen Erfahrungen gemacht, ging dann aber als Richterin nach Berlin. Dort lernte sie die damalige Justizsenatorin und spätere Präsidentin des Bundesverfassungsgerichts Jutta Limbach kennen und schätzen.

Uta Fölster wurde von ihr als Pressesprecherin in Berlin kurz nach dem Zusammenbruch der DDR engagiert, hatte somit einen besonders guten Einblick aus juristischer Sicht in die politisch geprägten Vorgänge nach dem Mauerfall.

Später folgte sie Jutta Limbach nach Karlsruhe als persönliche Referentin und baute die Pressestelle des Bundesverfassungsgerichts auf. Nach Funktionen als Geschäftsführerin der Bundesanwaltskammer und des Deutschen Richterbundes wurde sie 2006 zur Präsidentin des Amtsgerichts Berlin Mitte berufen. Zu der Zeit hatte die Juristin Uta Fölster praktisch alle Facetten der Einsatzmöglichkeiten durchlaufen. So kehrte sie 2008 in ihre Heimat zurück. Sie wurde zur Präsidentin des OLG Schleswig, ihrem heutigen Wirkungskreis, ernannt. Zu einem Viertel ihrer Arbeitszeit arbeitet sie als Vorsitzende des 6. Zivilsenats, drei Viertel der Arbeitszeit erfordern Verwaltungsaufgaben. Zum Verantwortungsbereich zählen die 4 Landgerichte und 22 Amtsgerichte Schleswig-Holsteins.

Uta Fölster sagt rückblickend auf ihre berufliche Karriere, sie sei froh, in einem Rechtsstaat zu leben. Beruflich habe es auch schwierige Zeiten gegeben, woraus sie aber auch viel lernen konnte.

Abschließend wies sie auf die regelmäßig stattfindenden öffentlichen Literaturlesungen namhafter Autoren im Plenarsaal des OLG und der neuen Ausstellung „Rund ums Mittelmeer“ des Künstlers Claus Vahle hin.

Die Vorsitzende Anna Mumm bedankte sich für den sehr interessanten Vortrag mit einem Blumenarrangement bei der sehr sympathischen OLG-Präsidentin. 

 

Foto:Traute Paarmann 

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Abenteurer Andreas Gabriel aus Tönning

bei den Stapelholmer LandFrauen

 

Mit der Einladung des Abenteurers Andreas Gabriel hat der LandFrauenVerein einen Volltreffer gelandet. Vor 60 LandFrauen erzählte der gelernte Maurermeister aus Tönning in Sievers Gasthof voller Emotionen die Vorgeschichte seines Plans, Europa mit seinem selbstkonstruierten Kajakmaran zu umrunden.

 

Bei Andreas Gabriel, Vater von zwei Söhnen, lief das „normale bürgerliche Leben völlig aus dem Ruder, als er seinen insolventen Maurerbetrieb schließen musste,  sich massive gesundheitliche Problemen bemerkbar machten und seine Ehe in die Brüche ging. Doch er ließ sich nicht unterkriegen. Er nutzte die gewonnene Freizeit zum Bau eines Segelfahrrads. Ohne Geld in der Tasche legte er damit die Strecke von Skagen nach Marseille (2.000 km) zurück. Stets war er auf Zuwendungen und Hilfe von Menschen, die ihm auf der Reise begegneten, angewiesen.

 

Wieder zu Hause in Tönning angelangt, entstand  bei dem Tüftler von der Waterkant die Idee, eine Art Segelboot aus zwei handelsüblichen Kunststoffkajaks zu konstruieren, um damit eine Reise auf dem Wasserweg rund um Europa zu unternehmen. So startete er am 03. Mai 2011 mit dem Kajakmaran, ohne die Gewissheit, dass sein Schiff „Marke Eigenbau“ überhaupt seetauglich ist. Die Reiseroute führte zunächst über Flüsse und Kanäle durch Deutschland und von dort flussabwärts auf der Donau bis zum Schwarzen Meer. Jeden Tag kreisten die Gedanken: “Wo kann ich heute Abend anlegen“ (denn auf dem Boot ist eine Übernachtung nicht möglich), “ habe ich etwas zum Essen und welche Gefahren lauern auf mich“? Selbstzweifel und Heimweh plagten ihn. Doch je weiter sich Andreas Gabriel von Zuhause entfernte, desto mehr verabschiedete er sich gedanklich von seiner bisher gewohnten Lebensweise, auch weil er aufgrund seiner bescheidenen Ausrüstung mehr oder weniger auf fremde Hilfe angewiesen war und nie vorher wusste, wie es weiter gehen würde. Selbstgespräche standen auf der Tagesordnung. Andererseits hat  Andreas Gabriel in seiner Einsamkeit  auch unwahrscheinlich viele positive Eindrücke und Erfahrungen gewonnen.

 

Als auf der Überfahrt nach Mykonos Sturm aufzog, wurde es auch durchaus gefährlich auf der kleinen Nussschale. Haushohe Wellen erforderten höchste Wachsamkeit. Eine falsche Entscheidung hätte das Ende bedeuten können. Beide Kajaks liefen voll Wasser, die gesamte Ausrüstung war durchnässt und das Boot war dringend reparaturbedürftig. Andreas Gabriel hat am Ende das Wasser gehasst und angeschrien, wollte nie mehr duschen. Glücklicherweise ging alles dank hilfsbereiter, freundlicher Mitmenschen glimpflich ab.

 

Alles in allem konnte Andreas Gabriel im August 2013 wohlbehalten wieder in Tönning festmachen. Die Reise hat ihm sehr viel gegeben. So hat er seine Einstellung zum Leben grundsätzlich umgekrempelt. Materielle Dinge spielen keine Rolle mehr. Diese Veränderung nimmt ihm den früher gespürten Druck, was seiner Gesundheit sehr zu Gute kommt. Wichtig sind ihm gute Kontakte zu vertrauensvollen Menschen und die Natur.

 

Im Anschluss an den Vortrag konnten die LandFrauen sein Buch mit dem Titel „Übers Wasser“, in dem die Reiseerlebnisse mitreißend geschildert werden, erwerben.

 

Mit lang anhaltendem Applaus verabschiedeten die Landfrauen

den Abenteurer Andreas Gabriel.

 

 

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von links: Edith Clasen, Mathilde Kroll, Petra Dettmann, Hannelore Hoffmann

Ehrungen auf der JHV 2018

Foto: Lothar Knäpper

 

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„Mädelsabend“

 

in Sievers GasthoNorderstapel

 

Knapp 100 „Mädels“ folgten der Einladung

des LandFrauenVereins Stapelholm zum Saisonauftakt mit der Entertainerin Bibi Maaß aus Quickborn. Mit viel Humor und Witz brachte sie alle Facetten des täglichen Lebens zwischen Mann und Frau auf den Punkt, wobei sich Bibi Maaß selbstkritisch ihr eigenes              Foto: T.Paarmann

Spiegelbild vorhielt. Mit ihrem Programm „Botox ist auch keine Lösung!“ verschonte sie natürlich nicht die Männerwelt, sehr zum Vergnügen des weiblichen Publikums. Bibi Maaß tritt seit vier Jahren sehr erfolgreich mit ihrem Soloprogramm auf. Die Landfrauen hatten viel zum Lachen und waren rundum begeistert. Mit viel Applaus bedankten sich die Landfrauen für den vergnüglichen Abend. Als Dankeschön überreichte die Vorsitzende Anna Mumm einen herbstlichen Blumenkranz an Bibi Maaß.                                                         Anna Mumm

 

 

 

 

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Die Vorsitzende Anna Mumm bedankt sich bei Peter Harry Carstensen mit einem Spezialitätenkorb. 

 

 

 

 

                                                      

 

 

13.04.2017 Sievers Gasthof Norderstapel

 

Meine Zeit als Ministerpräsident (2005 bis 2012):

 

Zu unserer Vortragsveranstaltung im April hatten sich 96 Teilnehmer im Gasthof Sievers eingefunden.

Als Gast war Dr. h. c. Peter Harry Carstensen geladen, der auf interessante und unterhaltsame Art seine Zeit als Ministerpräsident Revue passieren ließ und auf Plattdeutsch davon berichtete.

Vorab gab er uns einen Einblick in seinen Lebenslauf.

P.H. Carstensen wurde 1947 auf Nordstrand im Elisabeth-Sophien-Koog geboren und ist dort aufgewachsen. Nach dem Abitur begann er in Kiel ein Jura- und Chemiestudium. Später absolvierte er dann noch ein Studium der Agrarwissenschaft. Danach war er als Lehrer an der Landwirtschaftsschule in Bredstedt sowie als Wirtschaftsberater bei der schleswig-holsteinischen Landwirtschaftskammer tätig.

Auf Drängen seines Bruders ist er 1971 in die CDU eingetreten. Ende der 70er Jahre wurde er politisch aktiv, als es um die Eindeichung der Nordstrander Bucht ging. Ab 1983 war P. H. Carstensen Mitglied des Deutschen Bundestages. Hier war er im Ausschuss für Forschung und Technologie und als Vorsitzender des Ausschusses für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten tätig.

P. H. Carstensen hat sich, wie er sagte, nie um ein Amt beworben, sondern ist immer auf Anfragen anderer dazu gekommen. Er war weiterhin Präsident des Fischereiverbandes und Landwirtschaftsminister von Schleswig-Holstein. Von 1986 bis 1992 war er Vorsitzender des CDU-Kreisverbandes Nordfriesland. Im April 2005 wurde er zum Ministerpräsidenten von Schleswig-Holstein gewählt. Es war und ist ihm wichtig, miteinander zu reden und sich der Probleme anzunehmen. Der Gesprächsfaden darf nicht abreißen.

P. H. Carstensen erzählte von den vielfältigen Begegnungen und zahlreichen Erlebnissen im In- und Ausland. So durfte er u. a. auch Königin Beatrix und Königin Silvia kennenlernen. Unvergesslich sind für ihn jedoch die Besuche bei den Päpsten Johannes Paul II. und Benedikt in Rom. Als Ministerpräsident hat er ungefähr 450 Reden im Jahr gehalten.                                                                         Ute Lange

 

Foto:fotografie - suederstapel